Der Weltwassertag nimmt das Leitthema unserer Stiftung in den Blick: Wasser. Deshalb nehmen wir den Undine Award und seine bisher neun Preisträgerinnen mit ihren Zukunftsideen und Fortschritten in den Blick mit einer Reihe von Geschichten. Heute erzählen wir vom Gewinner des Undine Award 2022 – Kategorie Lebensquelle – „Trinkwassergewinnung mit Sonne und Membran“.
Sauberes Trinkwasser (nicht nur) für Afrika
Ein Wissenschaftlerteam aus Karlsruhe tüftelt mit Hilfe der Josef Wund Stiftung an einer Anlage mit aufwendiger Membrantechnik
Andrea Iris Schäfer und Bryce S. Richards haben einen Traum: Sauberes Trinkwasser für alle. Die beiden Professoren vom KIT in Karlsruhe tüfteln mit ihrem Team an einer mobilen Reinigungsanlage, die auf Membrantechnik setzt und mit Solar- und Windstrom betrieben wird. Der Prototyp ist fertig. 2022 haben die beiden den Undine Award der Josef Wund Stiftung gewonnen. Das Preisgeld fließt in die Weiterentwicklung der Technik.
Nach den ersten Forschungseinsätzen in Australien und Tansania steht nun der nächste Projektschritt an: Geplant sei ein sogenanntes Living Lab mit zehn Anlagen für entlegene Regionen Afrikas. Durch begleitende Forschung solle ermittelt werden, wie „ein langfristiger und nachhaltiger Betrieb unter den extremen Rahmenbedingungen vor Ort gelingen kann“, so die Wissenschaftler, die von sich sagen: „Wir wollen Veränderungen herbeiführen, Wissen generieren und andere Menschen inspirieren.“
2024 war das Team viermal in Afrika: in Ghana, in Südafrika, in Tansania und in Äthiopien, „alles in dieser Sache“, erzählt Andrea Iris Schäfer. Das Team sei in Afrika in Verhandlung und wolle dort ein Membranlabor aufbauen. Im vergangenen Sommer sei das Team mit dem rollenden Prototyp zum Testen der Technik zudem im Schwarzwald gewesen, man plane weitere „diverse Feldversuche“. Ferner gehe die Suche nach zusätzlichen Sponsoren für das ehrgeizige Projekt weiter, kürzlich habe eine deutsche Firma „großes Interesse“ gezeigt, und auch zwei ausländische Unternehmen seien interessiert. „Alles ist mega spannend“, so Frau Schäfer. „Es wird sich in den nächsten Monaten viel entwickeln.“
Foto: Trinkwassergewinnung mit Sonne und Membran, (c) Josef Wund Stiftung